drupa 2000
Die Teilnahme an der drupa 2000 entpuppte sich für die IST METZ GmbH als erfolgreichste Messebeteiligung in der bisherigen Firmengeschichte. Die Standbesatzung zählte in den zwei Wochen vom 18. bis 31. Mai mehr Kontakte als jemals zuvor auf einer Fachmesse. Die große internationale Bedeutung der Düsseldorfer „print media messe“ - jeder zweite der mehr als 400 000 drupa-Besucher kam aus dem Ausland und ein Viertel aus Übersee – war auch an der Struktur der Standbesucher ablesbar.
Während der drupa 2000 konnte die IST-Firmengruppe einen unerwartet hohen Auftragseingang sowohl im Geschäftsbereich Bogendruck als auch bei Anwendungen im Rollendruck registrieren. Darüber hinaus zeichnet sich aufgrund der großen Nachfrage ein weiterhin sehr dynamisches Nachmessegeschäft ab. Die Verkaufserfolge sind einerseits sicher durch die gute konjunkturelle Situation in der Druckindustrie begünstigt. Auf der anderen Seite zeigt aber auch das beträchtliche Interesse, das die Besucher der präsentierten Trocknungstechnik entgegenbrachten, dass IST METZ mit seinen Entwicklungen die richtigen Themen angesprochen hat. Besonders gut war die Resonanz auf die gezeigten Neuentwicklungen für den Bogenoffsetdruck sowie die UV-Härtung unter sauerstoffreduzierten Bedingungen. Unter den Überschriften „Kombinieren nach Bedarf“, „Stand-by ohne Wartezeiten“ und „Weniger Sauerstoff, bessere Härtung“ sind die drupa-Neuheiten der IST METZ jeweils kurz beschrieben. Kombinieren nach Bedarf Die UV-Härtung stellt für immer mehr Bogenoffsetdrucker die Chance dar, in lukrativen Nischenmärkten erfolgreich zu sein. Die Maschinenhersteller haben dies durchaus erkannt und bieten eigens auf den UV-Offsetdruck abgestimmte Ausstattungspakete an. Häufig werden mit diesem Verfahren ausgefallene Substrate, z.B. aus Kunststoff, bedruckt. Viele Druckfarbenhersteller führen aus diesem Grund spezielle Farben im Programm, die besonders gut auf Kunststoffoberflächen haften.
Dieser Eigenschaft steht aber häufig eine geringere Reaktivität gegenüber. Farbsysteme für den UV-Offsetdruck stellen fast immer einen Kompromiss zwischen diesen beiden Eigenschaften dar. Zur drupa 2000 zeigte die IST METZ GmbH Lösungsmöglichkeiten für diese Fälle auf. Durch flexibel einsetzbare Einzelmodule kann die Endtrocknung im Bogenoffset so gestaltet werden, dass die Härtungsbedingungen auf die jeweilige Kombination von Farbtyp und Substrat eingestellt werden können. Beispielsweise ist es damit möglich, mehrere UV-Strahler gleichzeitig zu betreiben, die mit UV-Lampen unterschiedlicher Leistung bestückt sind.
Daneben lassen sich auch Module kombinieren, bei denen verschiedene Reflektor-Materialien zum Einsatz kommen. Die Modultechnik erlaubt auch eine separate Regelung der einzelnen UV-Module. Interessant ist darüber hinaus vor allem auch der gleichzeitige Einsatz von UV-Lampen mit verschiedenen Dotierungen. Bei der Lampendotierung kann die spektrale Verteilung der abgegebenen Strahlung durch Zusätze von Metallen wie Gallium, Indium, Eisen, etc. gezielt beeinflusst und auf den verwendeten Farbtyp abgestimmt werden. Das ermöglicht eine gewohnt schnelle Härtungsreaktion auch bei Druckfarben-Spezialitäten, die über besondere Eigenschaften verfügen, z.B. eine sehr gute Farbhaftung auf Kunststoffmaterialien.
Diese Technologie bietet zudem die Sicherheit, dass die Eigenschaften der UV-Härtung in Zukunft auch auf neue Kombinationen von Druckfarben und Substraten eingestellt werden können. Stand-by ohne Wartezeiten In Düsseldorf hat die IST METZ GmbH eine neue Generation der IST-UV-Aggregate für die Zwischentrocknung im Bogenoffsetdruck gezeigt. Diese Strahlereinheiten sind als Einschubkassette (mit patentierter Stand-by-Schaltung) zwischen den Druckeinheiten frei positionierbar. Dieses technische Merkmal bringt für den Anwender Vorteile, die sich in barer Münze auszahlen, weil die Verfügbarkeit der Druckmaschine durch wesentlich kürzere Produktionsunterbrechungen bei den Waschzyklen erhöht wird. Um im Bogenoffsetdruck eine konstante Druckqualität zu gewährleisten, sind Waschvorgänge in regelmäßigen Zeitintervallen erforderlich. Beim Offsetdruck mit UV-Härtung muss dabei ein relativ hoher Zeitaufwand in Kauf genommen werden.
Nach dem Abschalten der UV-Lampe ist eine Nachkühlzeit abzuwarten, bevor der eigentliche Waschvorgang durchgeführt werden kann. Danach folgt eine Vorspülphase, um eventuell im Gehäuse angesammelte Reste von Lösungsmitteln abzusaugen. Schließlich kommt die Aufheizzeit der UV-Lampe bis zum erneuten Produktionsstart hinzu. Im Durchschnitt können pro Waschvorgang etwa acht bis zehn Minuten angesetzt werden. Mit der neuen Stand-by-Schaltung von IST METZ kann der Zeitaufwand beim Waschen um ca. 60 % verkürzt werden. Ermöglicht wird dies durch die patentierte Technik, bei der die UV-Lampe für den Stand-by-Betrieb nicht mehr abgeschaltet werden muss. Das Gehäuse (eine spezielle lichtdichte Konstruktion) ist dabei trotzdem nicht mehr als handwarm, wie viele Standbesucher während der drupa feststellen konnten.
In der Folge können die Abkühl- und Aufheizphasen entfallen. Jede Druckerei kann sich somit anhand der Anzahl der Waschvorgänge pro Schicht und dem Maschinenstundensatz sehr leicht ausrechnen, welche Kosteneinsparungen ermöglicht werden, wenn sich die Waschzeit z.B. von zehn auf vier Minuten reduzieren lässt. Zur Zeit kann noch nicht jeder Druckmaschinentyp mit diesem UV-Aggregat ausgestattet werden. Weniger Sauerstoff – bessere Härtung Unter den Produktneuheiten, die IST METZ zur drupa 2000 in Düsseldorf präsentierte, kann das System BLK-U sicher als besonderes technisches Highlight gelten. Das gezeigte Gerät ist für die UV-Härtung in sauerstoffreduzierter Atmosphäre ausgelegt. Die Neuheit basiert auf der Standard-Version des BLK-Systems, mit dem IST auf dem Markt seit mehreren Jahren sehr erfolgreich ist. Zu den wichtigsten Merkmalen zählt die Ausstattung mit Reflektoren in Kaltlichtspiegel-Ausführung, stufenlose Lampensteuerung sowie die serienmäßige Vorbereitung für die UV-Messung. Um bei den bisherigen Anwendungen Stickstoff als Inertgas einsetzen zu können, wurde der Raum zwischen Substrat und UV-Strahler mit einer Scheibe aus Quarzglas abgetrennt. Die Ergebnisse, die mit dieser Art der UV-Härtung an großen Beschichtungsanlagen erzielt wurden, sind sehr gut.
Einen Wermutstropfen stellte für die Anwender allerdings bisher immer der hohe Anteil an UV-Strahlung dar, der hauptsächlich durch die Absorption der Quarzglasscheibe verloren geht. Ungefähr 30 % der UV-Strahlung erreicht bei diesem Konzept gar nicht die Substratoberfläche und steht somit nicht für den Härtungsprozess zur Verfügung. Aus dieser Sicht war die Forderung der Anwender nach einer UV-Anlage ohne Quarzglasscheibe nur allzu verständlich. Das System, das von IST METZ daraufhin entwickelt wurde, ist seit mittlerweile drei Jahren in der Beschichtungsindustrie erfolgreich im praktischen Einsatz. Der ersten Pilotanlage folgten weitere Installationen. BLK-U feiert Premiere auf der drupa 2000 Damit dieses Konzept auch an Druckmaschinen wirtschaftlich einzusetzen ist, musste es von IST METZ an diese Anwendung angepasst werden. Entstanden ist das neue BLK-U-System, das anlässlich der drupa 2000 erstmals vorgestellt wurde.
Die UV-Aggregate mit BLK-Konzept, die IST METZ 1994 auf den Markt gebracht hat, verwenden gleichzeitig verschiedene Kühlmethoden, so dass ihre jeweiligen Vorteile gezielt ausgenutzt werden können. Bei der seit zwei Jahren verfügbaren zweiten Generation der BLK-Systeme erfolgt die effektive Kühlung der UV-Lampen mit Hilfe einer ausgeklügelten Führung von Luftströmen. Parallel dazu erfolgt die Wärmeabfuhr aus dem Lampengehäuse über eine entsprechend dimensionierte Wasserkühlung. Beim neuen BLK-U-Konzept wurde die Absaugung durch einen Umwälzbetrieb ersetzt, bei dem gasförmige Kühlmedien innerhalb des Strahleraggregates im Kreislauf geführt werden können. Wird der Sauerstoffgehalt durch Beimischung eines sogenannten Inertgases reduziert, so kann der Anteil an Fotoinitiatoren in der Druckfarbe bzw. dem Lack verringert werden. Da sich außerdem die Aushärtung verbessert, wird die Freisetzung von unvernetzten Substanzen verhindert, was den Forderungen des Marktes insbesondere bei der Bedruckung von Lebensmittelverpackungen nach möglichst geringen Migrationswerten entgegen kommt. Die UV-Härtung in sauerstoffreduzierter Atmosphäre eröffnet aber auch Möglichkeiten, die Produktivität bei gleichzeitig geringerem Energieeinsatz zu steigern, wodurch letztlich auch die Wärmebelastung des Substrats verringert wird. Wechselbetrieb ist möglich. Das technische Konzept des neuen BLK-U-Systems hat für den Anwender den entscheidenden Vorteil, dass er jederzeit zwischen verschiedenen Betriebsarten wechseln kann. Um von der konventionellen Arbeitsweise unter atmosphärischen Bedingungen auf die sauerstoffreduzierte Variante umzustellen, muss lediglich die Versorgung mit Inertgas angeschlossen werden. Über eine Schlauchleitung wird Stickstoff in das System eingeleitet. Eine Mess-Stelle ist bauseitig integriert, so kann optional das BLK-U mit einem Messgerät zur Feststellung des Sauerstoffrestgehalts ausgestattet werden. Weil das BLK-U-Gerät als geschlossenes System mit integriertem Ozonfilter konzipiert ist, entfällt die Abluftentsorgung. Die Abfuhr der anfallenden Wärme geschieht über eine Wasserkühlung. Mit dem neuen BLK-U-System eröffnet sich für einen breiten Anwenderkreis die Möglichkeit, schrittweise in die Produktion mit sauerstoffreduzierter Atmosphäre einzusteigen.

| IST Laboranlage mit BLK-U-System |

| IST-Exponat der neuen UV-Endtrocknung |

| IST-Exponat der neuen UV-Zwischentrocknung für den Bogenoffset |

| BLK-U-Aggregat mit serienmäßiger Vorbereitung für die UV-Messung |