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IST METZ GmbH
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Deutschland

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News IST METZ / Narrow Web

Mit Kalt-UV auf der sicheren Seite

Für die X-label GmbH in Gebesee nimmt die Vokabel Sicherheit in vielerlei Hinsicht einen besonderen Stellenwert ein. Für die Druckerei, die in einem modernen Firmengebäude in der Nähe von Erfurt selbstklebende Etiketten produziert, ist dabei die Produktionssicherheit ebenso wichtig wie Arbeitsschutz und Sicherheit für das Personal. Warum Geschäftsführer Jan Oberbeck und Betriebsleiter Martin Kaufmann bei der Installation neuer Maschinen ganz besonders auf sicherheitstechnische Aspekte achten, wird aus dem vorliegenden Beitrag deutlich. Seit Jan Oberbeck und Tim Fiedler sowie die Schleipen & Erkens AG als Gesellschafter des Unternehmens X-label das Ruder übernommen haben, geht es mit der Druckerei in Thüringen zusehends aufwärts (Siehe Infokasten: „Expansive Jahre lösen den Schlingerkurs nach der Wende ab“). Durch den 1997 vollzogenen Umzug aus der Stadt Erfurt heraus in die nördlich gelegene Gemeinde Gebesee (siehe Foto 1) steht heute ein großzügiges Firmengelände mit modernen und gut organisierten Räumlichkeiten zur Verfügung, wo derzeit rund 50 Mitarbeiter beschäftigt sind. Dass es im Vertriebs- und Verwaltungszentrum der X-label-Gruppe in Solingen ehrgeizige Pläne für die Zukunft gibt, belegt die im Bau befindliche Erweiterung, mit der die Produktions- und Lagerkapazitäten am Standort Gebesee wesentlich ausgebaut werden.

Nachdem innerhalb der X-label-Gruppe zwei Druckereien Rollenetiketten produzieren, wird die Struktur der beiden Standorte jeweils auf bestimmte Marktbereiche ausgerichtet. Wie Jan Oberbeck erklärt, liegt der Schwerpunkt in Gebesee dabei auf dem Segment „Packaging Label“, d.h. dekorative Etiketten für Kosmetik, Reinigung, Chemie sowie der gesamte Bereich ‚Premium Food‘ (siehe Foto 2). Die EK-Print GmbH in Lübbecke konzentriert sich dagegen auf den Bereich „VIP Label“ (Variable Information Printing), d.h. Etiketten zur Kennzeichnung und Auszeichnung, für Handel und Logistik, Wägesysteme, usw. sowie Etiketten-Spezialitäten unter dem Begriff „Select Label“, für das häufig Spezialverbunde zum Einsatz kommen. Zur Fertigung dieser Materialien steht der X-label-Gruppe beispielsweise eine eigene Beschichtungsanlage mit einem Meter Arbeitsbreite bei der Tochterfirma SEP selbstklebende Papiere in Lübbecke zur Verfügung. Hochwertige Technik für anspruchsvolle Etiketten Entsprechend der strategischen Ausrichtung bei X-label spielt die Auswahl der Technik eine bedeutende Rolle, um Etiketten-Produkte auf dem angestrebten Qualitätsniveau in anspruchsvollen Bereichen fertigen zu können. Da die Druckvorstufe wesentlichen Einfluss auf die Qualität nimmt, werden auch schwierige Reproarbeiten sowie die Herstellung aller Druckformen (mit Ausnahme der Siebe für den Rotationssiebdruck) in der eigenen Prepress-Abteilung des Unternehmens ausgeführt.

Bei der Drucktechnik gibt Dipl.-Ing. Martin Kaufmann als Betriebsleiter bei X-label den Verfahren Offset, bei Bedarf in Verbindung mit Siebdruck, und UV-Flexodruck die besten Chancen. Eine weitere Variante, die für die Zukunft denkbar wäre, ist die Kombination von Offset- und Tiefdruck. Zur Zeit umfasst der Maschinenpark in Gebesee eine umfangreich ausgestattete Nilpeter M-3300 für die Kombination von Offsetdruck und Siebdruck, ein Digitaldrucksystem Nilpeter DL-3300, das mit der Xeikon-Technologie arbeitet und vier Flexodruckmaschinen in Breiten zwischen 220 und 410 mm. In der Anfangszeit von X-label stand der klassische Flexodruck im Vordergrund. Vor allem durch die Installation der Offsetrotation, so Jan Oberbeck, gelang die Wandlung zum Anbieter von High-Quality-Produkten. Die Plattform-Technologie erlaubt die Integration von Siebdruck an der jeweils gewünschten Station innerhalb der Maschine. Diese Möglichkeit nutzt X-label erfolgreich, um aktuelle Trends im Designbereich umzusetzen, z.B. 3D-Effekte. Wirtschaftliche Abrundung des Programms mit UV-Flexo Zum bestehenden Angebot im hochqualitativen Bereich, der durch die Nilpeter M-3300 bei hohen bis sehr hoher Auflagen gut abgedeckt ist, suchte man in Gebesee eine Alternative, die den Qualitätsansprüchen annähernd entspricht und auch mittlere und kleinere Aufträge wirtschaftlich fertigen kann. Für diese Aufgabe wurde eine Zehnfarbenmaschine Arsoma EM 280 angeschafft. Die damit im UV-Flexodruck erzielbaren Ergebnisse siedelt Jan Oberbeck leicht unter der Qualität der bei X-label gedruckten Offset-Etiketten an.

Bei dieser Aussage ist allerdings zu berücksichtigen, dass in Gebesee im wasserlosen Offset gedruckt wird, der für seine besonderen Möglichkeiten in punkto Qualität bekannt ist. So arbeitet X-label im Offsetdruck standardmäßig mit Rasterungen ab 80 L/cm. Verglichen mit konventionellem Offsetdruck sind die Resultate auf der Arsoma EM 280 nach Einschätzung von Martin Kaufmann dagegen durchaus ebenbürtig. Die Entscheidung für eine Zehnfarbenmaschine hat ihre Ursache in der Auftragsstruktur. Wie die bisherige Erfahrung mit der Offsetmaschine gezeigt hat, reichen die dort verfügbaren acht Druckstationen oft nicht aus, um alle Anforderungen wie vier- bis sechsfarbige Abbildungen mit flächigem Siebdruck, Zwischenkaschierungen, Rückseitendruck, Silikonisierung, Leimauftrag usw. inline auszuführen. Aus diesem Grund wurde die neue Arsoma EM 280 in einer Konstellation mit zehn Stationen gewählt. Dieser Entschluss war aus heutiger Sicht absolut richtig, denn schließlich sind an dieser Maschine ähnlich wie an der Nilpeter M-3300 im Durchschnitt pro Auftrag sieben Farbwerke belegt. Da die Zehnfarbenmaschine die Verantwortlichen bei X-label sowohl in Sachen Druckqualität als auch Wirtschaftlichkeit überzeugt hat, wird man in Gebesee im Laufe des Jahres 2001 eine weitere Maschine in dieser Konstellation mit einer Bahnbreite von 500 mm installieren. UV-System mit beruhigendem Leistungspolster Außerdem eröffnet der UV-Flexodruck X-label die Möglichkeit, in neue Marktbereiche einzusteigen. Jan Oberbeck nennt beispielsweise Monomaterialien wie Sleeve-Etiketten oder Verpackungsfolien. Für diesen Einsatzzweck ist ein UV-System erforderlich, das die temperaturempfindlichen Substrate sicher verarbeiten kann.

Die Wahl von X-label fiel dabei auf UV-Strahler der IST Metz GmbH in Nürtingen. Nach jedem der zehn Druckwerke ist ein Strahler der MBS-Baureihe installiert, der jeweils eine Lampe mit einer Leistung von 200 W/cm besitzt. Nach Auskunft von Bernd Prattl, Vertriebsmanager bei IST Metz, sind in der Vergangenheit bereits zahlreiche Maschinen aus St. Gallen mit solchen Anlagen der MBS-Serie ausgerüstet worden. Aufgrund einer exakten Abstimmung der einzelnen Komponenten wie UV-Lampe, Reflektor, Vorschaltgerät, usw. arbeitet das MBS-System an der EM 280 sehr effizient. Durch die Ausstattung mit den IST-Strahlern, so Martin Kaufmann, steht für die Aushärtung der Farben und Lacke in der Praxis inzwischen ein gutes Leistungspolster zur Verfügung, um die geforderte Produktionssicherheit auch bei hohen Druckgeschwindigkeiten zu gewährleisten. Über dieses Leistungspotenzial lässt sich der Kostenaufwand für eine hochwertige UV-Anlage in kurzer Zeit amortisieren. Effektive Kühlung für schwierige Substrate Da über 95 % der Bedruckstoffe, die auf der EM 280 verarbeitet werden, Folienlaminate sind, wurde bei der Auswahl des UV-Systems großer Wert auf ein effektives Kühlkonzept gelegt. Bei der Wärmeentwicklung von bis zu zehn UV-Strahlern würden ohne geeignete Kühlung leicht Bahntemperaturen von ca. 60°C entstehen. Das führt zu Bahnverzug, der fast zwangsläufig Passer- und Stanzprobleme verursacht. Die Bedruckung von wärmeempfindlichen Materialien wie Folien wird dadurch erschwert bzw. unmöglich. Zusätzlich zur Luftkühlung von Gehäuse und UV-Lampe besitzt das IST-System pro Strahleraggregat eine wassergekühlte Walze mit einem geschlossenen Kühlkreislauf (siehe Foto 3). Über ein Display kann der Bediener die gewünschte Vorlauftemperatur des Kühlwassers einstellen. Bei X-label wird das System so geregelt, dass auf dem Kühlzylinder 18°C bis 20°C erreicht werden. Wie die Praxis zeigt, liegt die Bahntemperatur beim Verlassen des letzten Strahlers damit bei 20°C bis 25°C.

Auf diese Weise werden Probleme bei der Verarbeitung von Haftverbunden vermieden. Besonders kritisch sind z.B. spezielle Klebstoffe mit sehr hoher Klebkraft für die Haftung auf apolaren Oberflächen. Hier führt eine übermäßige Erwärmung der Bahn oft dazu, dass das Abziehen der Matrix erschwert wird oder Stanzprobleme auftreten. Eine entsprechende Kühlung ermöglicht dagegen eine registergenaue Stanzung und erleichtert auch die exakte Bestimmung der Stanztiefe, da der Haftverbund in seiner Struktur unverändert bleibt. Sicherheit für das Personal Ein Kriterium mit sehr hoher Priorität war aber auch die sicherheitstechnische Ausstattung der UV-Anlage. Sensibilisiert durch einen ernsten Betriebsunfall, der sich bei X-label während dem Wechseln einer UV-Lampe an einer anderen Maschine trotz ordnungsgemäßer Handhabung vor einiger Zeit ereignete, wollte die Geschäftsleitung bei der Installation einer neuen UV-Anlage jedes Sicherheitsrisiko nach Möglichkeit ausschließen. Entsprechend akribisch wurden deshalb auch die Bewertungskriterien festgelegt. Insbesondere auch das Innenleben und der Aufbau der Anlage sowie die Verkabelung und die Qualität der elektrischen Teile standen dabei im Blickpunkt. Nach eingehenden Recherchen fiel die endgültige Entscheidung während der drupa 2000 in Düsseldorf.

Der Nürtinger UV-Anlagenhersteller IST Metz war dort als einziger Anbieter in der Lage, alle Anforderungen von X-label zu erfüllen. Beim Vergleich der am Markt angebotenen Anlagen überraschte Jan Oberbeck und Martin Kaufmann vor allem die enorme Spannbreite bei der Qualität der elektrischen Ausstattung. Da viele Druckereien beim Thema Sicherheit aufgrund mangelnden Fachwissens auf die Aussagen der Hersteller angewiesen sind, liegt hier ein häufig unterschätztes Risiko. Eine fachkundige Überprüfung kann helfen, die Spreu vom Weizen zu trennen. Die so gewonnenen Erkenntnisse erleichterten für X-label außerdem auch den Preisvergleich, da deutlicher erkennbar wurde, wo günstige Investitionskosten über Abstriche bei der Qualität von Komponenten oder Anlagenbau erkauft sind. Das gilt beispielsweise auch für Reflektoren, die einen wesentlichen Einfluss auf die tatsächliche Leistung eines UV-Systems haben. Die Bandbreite reicht hier von einfachen Aluminiumblechen bis hin zu hochentwickelten Reflektorsystemen, die spezielle Beschichtungen besitzen und entsprechend der geforderten Lichtführung optimiert sind. Sichere Produktion in mehrfacher Hinsicht Die bisherigen Ausführungen verdeutlichen, dass der Begriff Sicherheit für die Druckerei X-label in mehrfacher Hinsicht von entscheidender Bedeutung ist. Auf der einen Seite muss die UV-Anlage die Vorgaben in punkto Produktionssicherheit aus der Sicht des Vertriebs erfüllen. Welche Produkte dem Kunden in einem vernünftigen Preisrahmen angeboten werden können, hängt wesentlich von der Leistung der UV-Ausstattung einer Druckmaschine und der damit erzielbaren Druckgeschwindigkeit ab. Für die Betriebsleitung wiederum stehen daneben die Sicherheit der Mitarbeiter und die Vermeidung von Produktionsausfällen im Vordergrund.

Da alle Produktionsstandorte der X-label-Gruppe dreischichtig arbeiten, ist die Zuverlässigkeit der Technik enorm wichtig. Kriterien wie die Lebensdauer der UV-Lampen erhalten unter diesen Bedingungen einen besonderen Stellenwert. Ein weiterer Gesichtspunkt für eine sichere Produktion ist die gute Zugänglichkeit und einfache Handhabung der UV-Strahler. Für Martin Kaufmann ist dabei speziell die konsequent umgesetzte Einschubtechnik von Vorteil (siehe Foto 4). Dadurch entfällt das umständliche Wegklappen von Bauteilen, um auf Lampen oder Reflektoren zugreifen zu können. Außerdem fügen sich die UV-Strahler von IST Metz sehr gut in die Technik der kompakten Druckmaschine ein. Erwähnenswert findet er auch die gesamte Lösung der Abluftführung, da sich für das Druckpersonal mit der geschickten Dimensionierung von Rohrdurchmessern und Ventilatoren der angenehme Nebeneffekt einer sehr geringen Geräuschentwicklung verbindet.

 

Bei X-label liegt der Schwerpunkt des Produktprogramms auf anspruchsvollen Etiketten im Bereich „Packaging Labels“, d.h. dekorative Etiketten für Kosmetik, Reinigung, Chemie und hochwertige Industrieprodukte sowie Nahrungsmittel. (Foto: X-label)


Das IST-Aggregat mit wassergekühlter Kühlwalze garantiert den gewünschten Effekt des „Kalt-UV“ für wärmeempfindliche Materialien, hohe Produktionssicherheit und Druckgeschwindigkeiten. (Foto: IST)


X-label-Betriebsleiter Martin Kaufmann demonstriert die Einschubtechnik der MBS-Strahler von IST Metz. Ein eigener Betriebsstundenzähler am Einschubteil sorgt dafür, dass auch bei einem Austausch von Einschüben innerhalb der einzelnen Stationen die individuelle Brenndauer der Lampe exakt festgehalten wird. (Foto: Ehrlitzer)