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IST METZ GmbH
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Deutschland

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Erfolgreiche UV-Technologie

Die Spezialisierung auf den UV-Druck kann Anwendern den Weg in lukrative Anwendungsbereiche ebnen.

Vor 30 Jahren war die UV-Härtung in der Druckindustrie nahezu unbekannt. Inzwischen wird der weltweite Bestand an UV-Anlagen in diesem Bereich auf 65 000 Einheiten geschätzt. Inzwischen ist das Härten mittels UV-Licht aus vielen Anwendungsbereichen gar nicht mehr wegzudenken und in einigen Segmenten sogar marktbeherrschend. Auch Bogenoffsetdruckereien nutzen die Vorteile der UV-härtenden Farben und Lacke immer häufiger, um Produkte und Leistungen anzubieten, die sich von der breiten Masse abheben. Das erklärt, warum das Marktsegment des UV-Drucks seit Jahren wächst und sogar der allgemeinen Flaute trotzen konnte, die die Druckindustrie in jüngster Vergangenheit durchleben musste.

Gegen Ende der 60er Jahre sind die ersten Anfänge bei der UV-Lichthärtung im Druckbereich zu verzeichnen. Wenige Jahre zuvor kam die UV-Technologie zur Grundierung von Holzwerkstoffplatten mit UV-härtenden Spachtelmassen zum ersten Mal im industriellen Maßstab zum Einsatz.

Erste Patente von 1946
Als Idee existierte der Wunsch, Druckfarbenschichten mittels UV-Licht auszuhärten, schon länger, wie Patente der Sun Chemical Corporation aus dem Jahr 1946 sowie von Miehle Goss Dexter in den 50er Jahren beweisen. Wie aus den Aufzeichnungen der Firma IST Metz hervorgeht, gab es in Deutschland 1970 bei Mohndruck ein erstes Versuchsprojekt zur UV-Lackierung von Schallplattenhüllen. Die erste UV-Anlage für den Bogenoffsetdruck lieferte das Nürtinger Unternehmen, das anfangs vor allem in der Holzindustrie agierte, 1974 an das Faltschachtelwerk Fritz Herrmann GmbH in Düren.

Drupa 82 bringt den Durchbruch
Zur Drupa 1982 schaffte die UV-Technologie einen gewissen Durchbruch im deutschen Markt, erinnert sich Joachim Jung, Geschäftsführer der Firmengruppe IST Metz. Insbesondere Faltschachteldruckereien, die im Segment hochwertiger Kosmetikverpackungen tätig waren, fühlten sich veranlasst, dem Beispiel der Firma CD Cartondruck in Obersulm zu folgen. Die hatte bereits 1978 eine Bogenoffsetmaschine mit UV-Ausstattung installiert.

Leistungsschübe durch Innovationen
In den folgenden 25 Jahren sorgten zahlreiche technische Weiterentwicklungen immer wieder für größere Leistungssprünge im UV-Druck. Zu nennen sind an dieser Stelle Innovationen wie dichroitische Reflektoren oder Konzepte zur Kühlung wie das von IST Metz 1994 auf den Markt gebrachte BLK-System, das verschiedene Kühlmethoden mittels Luft und Wasser kombiniert und so ein maßgeschneidertes Temperatur-Management erlaubt.

Andere Innovationen wie die Inertisierung fanden erst über verwandte Anwendungsbereiche wie die Silikonbeschichtung Eingang in die Druckindustrie. Bei solchen Systemen findet die UV-Härtung unter sauerstoffreduzierter Atmosphäre statt. Dadurch ist trotz reduzierter Strahlungsintensität eine höhere Produktionsgeschwindigkeit erzielbar. Gleichzeitig wird die übermäßige Erwärmung der Substrate vermieden. Zur Drupa 2000 präsentierte IST Metz das UV-System vom Typ BLK-U für den Einsatz im Druckbereich. Und im Frühjahr 2003 hat die Heidelberger Druckmaschinen AG schließlich in Zusammenarbeit mit IST Metz erstmals ein sauerstoffreduziertes System für den Bogenoffsetdruck auf den Markt gebracht.

Möglichkeiten des UV-Drucks demonstriert
Welches Potenzial heutzutage in der UV-Technologie steckt, zeigten die Live-Demonstrationen von IST Metz während der diesjährigen Drupa auf einer Heidelberg CD 74 mit sechs Druckwerken und Lackwerk. Auf dem Messestand des UV-Anbieters konnten sich die Besucher überzeugen, dass die UV-Technologie vielfältige Möglichkeiten zur höherwertigen Inline-Veredelung, zur Realisierung von Spezialeffekten und zur Bedruckung von schwierigen Substraten eröffnet. Sie versetzt Anwender damit in die Lage, im Bogenoffsetdruck neue Marktsegmente zu erschließen und lukrative Nischenanwendungen zu besetzen.

Ein Beispiel ist das Druckmuster einer Faltschachtel aus Kunststoff, das in dieser Ausgabe als Einhefter enthalten ist. Es ist auf transparentem PET-Material in einer Stärke von 300 µm in der Farbreihenfolge Gelb, Magenta, Cyan und Schwarz gedruckt. Den auffälligen Metallic-Effekt erzeugt das MetalFX-System von Eckart, das auf dem Zusammenspiel einer Silberbasisfarbe mit den Standardfarben beruht. Im letzten Farbwerk erfolgte der Druck des Deckweiß. Zur Härtung der Farben war die Maschine mit insgesamt fünf IST-UV-Aggregaten ausgestattet, drei für die Zwischentrocknung und zwei für die Endtrocknung.

Mehr als nur UV-Technik
Um ein solches Produkt zu drucken, ist nicht nur entsprechende Technik sondern auch spezielles Know-how über die Zusammenhänge der UV-Härtung erforderlich. Die Firma IST Metz hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, den Anwendern eine umfassende Betreuung über die gesamte Bandbreite des UV-Prozesses anzubieten. Sichtbarer Ausdruck ist das vor zwei Jahren gegründete UV Technology Center (UVTC) in Nürtingen. Bei dieser unternehmenseigenen Einrichtung steht genau wie beim Messeauftritt zur Drupa 2004 der Informationstransfer im Mittelpunkt. Einsteiger in den UV-Markt oder interessierte Druckereien sollen hierdurch bei allen Fragen rund um das Thema UV-Technologie unterstützt werden.


Deutscher Drucker (DD): Wo steht die UV-Technologie in der Druckindustrie heute?
IST METZ: Nach einer teilweise turbulenten Orientierungsphase in den 70/80er Jahren hat sich die Technik der UV-Härtung über spezielle Marktsegmente etabliert. Inzwischen gilt die Technologie als gereift und hat neben verfahrenstechnischen Vorteilen auch Pluspunkte in ökologischer Hinsicht aufzuweisen.

DD: Welche Entwicklungen sind aktuell im UV-Bereich zu beobachten?
IST METZ: Eine neue Generation von Reflektoren verspricht Leistungssteigerungen. Mit dem kürzlich vorgestellten Reflektor-Typ URS (UV Reflector System) lässt sich beispielsweise bei gleicher elektrischer Leistung eine um rund 20 % höhere Ausbeute an UV-Licht auf dem Substrat erzielen. Auch bei den elektronischen Vorschaltgeräten sind Fortschritte zu verzeichnen. Die neue Serie ELC (Electronic Lamp Control) weist einen verbesserten Wirkungsgrad auf, so dass die zur UV-Härtung eingesetzte Energie effektiver genutzt wird.

DD: Wieviel Innovationspotenzial hat die UV-Technologie noch?
IST METZ: Der Schlüssel für zukünftige Fortschritte liegt in der Optimierung des Gesamtsystems. Die Forderung nach kompakten Aggregaten, die geichzeitig weitere Produktivitätssteigerungen ermöglichen, ist im wesentlichen nur über eine verbesserte Abstimmung der einzelnen Elemente eines UV-Systems zu erfüllen.